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Gutenberg Pro und Contra

Gutenberg – Pro & Kontra des neuen WordPress-Editors

WordPress 5.0 erscheint aller Voraussicht nach noch in diesem November – und damit auch der neue Editor Gutenberg. Dieser Beitrag wirft einen Blick auf die Vor- und Nachteile, die die Einführung des WordPress-Page-Builders mit sich bringt.

Warum, wieso, weshalb WordPress mit dem nächsten großen Update auf die Version 5.0 einen neuen Editor erhält, haben wir bereits in einem älteren Beitrag (Gutenberg kommt – Alle Infos zum neuen WordPress-Editor) ausführlich dargelegt. Wie sich der Umgang mit Gutenberg konkret gestaltet, können Sie wiederum in unserer Anleitung (Gutenberg-Anleitung – So funktioniert der neue WordPress-Editor) dazu nachlesen.
In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf die wesentlichen Vor- und Nachteile, die Gutenberg mit sich bringt. Bevor Sie WordPress 5.0 einfach blind installieren, werfen Sie lieber einen Blick darauf. In jedem Fall sollten Sie zuvor ein Back-up erstellen, um zu ihrem alten Stand zurückkehren zu können, falls nach dem Update Fehler auftreten. Gerade in der Anfangszeit des neuen Editors ist das nämlich ganz und gar nicht auszuschließen.

Gutenberg – Contras des neuen WordPress-Editors

Inkompatibilität

Okay, die meisten und vor allem allseits bekannten und genutzten Themes, Plug-ins sowie Page Builder sind bereits kompatibel mit WordPress 5.0 – aber eben nicht alle, weil dafür eine Anpassung des Codes vonnöten ist, die nicht jeder Entwickler leisten kann. Es wird demnach nach der Veröffentlichung von Gutenberg mit großer Wahrscheinlichkeit auf zahlreichen Websites zu Bugs und Konflikten kommen.

Ungewohntheit

Gutenberg funktioniert grundlegend anders als der bisherige WordPress-Editor – und dem einen oder anderen wird es nicht so leicht von der Hand gehen, sich umzugewöhnen. Zahlreiche Nutzer werden sich also voraussichtlich damit konfrontiert sehen, dass ihr bekannter Workflow nicht mehr funktioniert und zunächst eine Menge Zeit ins Erlernen der Funktionsweise von Gutenberg fließt. Neue Gewohnheiten etablieren sich eben nicht von heute auf morgen.

Entwicklungsrückstand

Der neue WordPress-Editor wird zu Beginn seiner Einführung noch nicht vollends ausgereift sein und alle Funktionen bieten, die gewünscht sind. So gibt es mehreren Berichten zufolge aktuell noch Probleme mit benutzerdefinierten Feldern und Metaboxen, Shortcodes, der vereinfachten Auszeichnungssprache Markdown und responsiven Spalten. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Probleme mit der Zeit behoben werden.

Datenschutzverletzung

Gutenberg lädt aktuell automatisch Google Fonts, was in Zeiten der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) mit WordPress) absolut bedenklich ist. Beim Laden der Schriften vom Google-Server werden nämlich die IP-Adressen der Website-Besucher übertragen, weshalb man sie lieber auf dem eigenen Server einbinden sollte (Google Fonts auf eigenem Webserver in WordPress einbinden). Gutenberg lädt sie zwar nur im Backend, aber hier ergeben sich eventuell datenschutzrechtliche Probleme mit externen Mitarbeitern.

Gutenberg – Pros des neuen WordPress-Editors

Intuitivität

Für WordPress-Neulinge wird sich der Umgang mit Gutenberg aller Wahrscheinlichkeit nach einfacher gestalten als mit dem klassischen Editor, weil er – wie andere Page Builder auch – intuitiver zu bedienen und damit gleichzeitig barrierefreier ist. Dazu kommt, dass die Benutzeroberfläche von Gutenberg viel Weißraum bietet und dadurch für weniger Ablenkung beim Schreiben und Editieren von Seiten und Beiträgen sorgt.

Wettbewerbsfähigkeit

Zahlreiche Konkurrenten von WordPress setzen bereits seit einiger Zeit auf intuitive Page Builder zur Erstellung von Websites, mit denen auch komplexe, mehrspaltige Seitenlayouts ohne die Verwendung von HTML oder Shortcodes möglich sind. Durch die Einführung von Gutenberg schließt WordPress an diesen Trend an, was die Wettbewerbsfähigkeit des Content-Management-Systems stärkt und gewährleistet, dass es die nächsten Jahre überlebt.

Performance

Diverse Performance-Tests unterschiedlicher WordPress-Nutzer haben gezeigt, dass sich Gutenberg in keinster Weise negativ auf die Ladezeiten einer Website oder eines Online-Shops auswirkt. Im Vergleich mit WordPress 4.9 konnten keine großen Unterschiede bezüglich der Serverantwortzeit, der gefühlten und der Gesamtladezeit festgestellt werden. Man mag das für selbstverständlich halten, wir aber finden es durchaus erwähnenswert.

Offenheit

Gutenberg basiert auf einem System der Blöcke und Entwickler haben die Möglichkeit, eigene Blöcke zu erstellen und über diesen Weg den Funktionsumfang ihrer Themes und Plug-ins zu erweitern. Bei der weltweit sehr engagierten WordPress-Community ist davon auszugehen, dass es in kürzester Zeit unzählige Erweiterungspakete für alle erdenklichen Anwendungsfälle geben wird. Dabei bringt Gutenberg bereits von Haus aus eine große Auswahl an Blöcken mit.

Fazit

Gutenberg ist grundsätzlich sicher ein Schritt in die richtige Richtung, damit WordPress auch in Zukunft der stärker werdenden Konkurrenz standhalten kann. Am Anfang wird es jedoch vielerorts Probleme geben, die im Großen und Ganzen noch gar nicht überblickt werden und für jede Menge Frustration sorgen können. Wer deshalb keine Lust hat, den neuen WordPress-Editor zu benutzen, kann sich zunächst davor drücken.
Mit dem Plug-in Classic Editor ist es möglich, Gutenberg abzuschalten und weiterhin den klassischen Editor zu nutzen – und zwar noch bis Ende 2021. So lange soll das Plug-in offiziell unterstützt und weiterentwickelt werden. Bis dahin hat dann wahrscheinlich jeder Zeit gefunden, sich intensiver mit Gutenberg auseinanderzusetzen und die Inkompatibilitäten sowie Babykrankheiten des neuen WordPress-Editors sind voraussichtlich überwunden.

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4 Kommentare. Wir freuen uns über Ihren Kommentar

  • Norbert Schmidt
    13. Dezember 2018 9:47

    Ein paar ganz frische Gutenberg-Erfahrungen
    Ich nutze jetzt Gutenberg seit ein paar Tagen. Den Workflow lernt man eigentlich schnell und ziemlich intuitiv. Gut, das Überschriftsgrößen jetzt auch im H-Raster gekennzeichnet sind.
    Die Seite ganz-hamburg.de ist ein redaktionelles Angebot. Gastautoren schicken uns Texte (Word) von Agenturen und Unternehmen bekommen wir Pdfs. Sprich wir bekommen Content aus ganz unterschiedlichen Quellen. Dazu kommen noch die Autoren, die selbst als Redakteur veröffentlichen.
    Problem: Wenn Texte aus Word eingefügt werden, dann werden Spaces teilweise verschluckt. Ergo, der ganze Text muss dann händisch überprüft werden. Eine böse Falle wenn man Zeitdruck hat.
    Sehr schön ist der Verbesserung der Zitatsfunktion für einen redaktionellen Blog.
    Was uns auch noch nicht klar ist. Im Klassik-Editor konnten Fotos manuell schnell auf die richtige Breite angepasst werden. Wie geht das jetzt?

    Antworten
    • Ich hatte noch keine Gelegenheit, den Gutenberg-Editor auszuprobieren. Hat sich eine Lösung für die Foto-Anpassung gefunden?
      Oder hinsichtlich der Word-Texte? (Ich nehme an der Trick, von Word in einen Text-Editor zu kopieren und von dort aus erneut kopieren und einfügen funktioniert hier nicht?)

      Antworten
  • Dr. Carl Korsukéwitz
    17. November 2018 15:36

    Hallo, ich finde Eure Infos einmal mehr kurz, prägnant und sachdienlich. Sicher übernehmt Ihr bei mir zu gegebener Zeit Umstellung auf Gutenberg bzw. Behebung von Umstellungsproblemen, sodass ich mich selbst nicht groß darum kümmern muss.
    Gruß
    Carl Korsukéwitz

    Antworten
  • Hans Albrecht
    17. November 2018 10:58

    Hallo Herr Kinkel,
    angesichts dessen, daß der klassische Editor so seine Eigenheiten hat, aus welchen Gründen auch immer, ich habe mich in relativ kurzer Zeit eingearbeitet und gebe auch Hinweise für gewisse Handhabungen unter
    http://www.hansalbrechtradebeul.de.
    Ich befürchte, daß bei dem neuen Editor sicher auch Probleme bestehen, deren Abstellung Zeit brauchen wird.
    Viele Grüße
    Hans Albrecht

    Antworten

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