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WooCommerce: Germanized vs. German Market – Der Vergleich 2019

Wenn Sie einen Online-Shop mit WooCommerce aufsetzen, können Sie im Wesentlichen zwischen zwei Plug-ins wählen, die diesen für den deutschen Markt fit machen: Germanized und German Market. Wir haben uns beide genau angeschaut und die jeweiligen Vor- und Nachteile für Sie herausgearbeitet.

In Deutschland gibt es strenge gesetzliche Regeln, die beim Betrieb eines Online-Shops beachtet werden müssen. Sie betreffen die Informationspflichten gegenüber den Kunden, die Formulierung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Widerrufsbelehrung, die Angabe von Lieferzeiten, Mehrwertsteuerhinweisen etc.

Die wenigsten steigen hier auf Anhieb durch. Zum Glück haben sich bereits Unternehmen der Sache angenommen und Plug-ins entwickelt, die bei der rechtskonformen Gestaltung eines deutschen Online-Shops unterstützen. Die beiden populärsten sind Germanized von Vendidero und German Market von Market Press.

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir beide Lösungen in der Pro-Version unter die Lupe genommen und miteinander verglichen.


Disclaimer: Die Informationen in diesem Beitrag haben wir mit größter Sorgfalt recherchiert. Dennoch übernehmen wir keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.


Angebotsumfang

Rechtssicherheit

Sowohl Germanized als auch German Market bieten die technischen Voraussetzungen für einen rechtssicheren Betrieb Ihres Online-Shops in Deutschland. Heißt: Sie können sich auf die korrekte Darstellung der Preis-, Steuer- und Versandangaben verlassen, erhalten Zugang zu Mustertexten für rechtlich relevante Hinweisseiten (Datenschutzerklärung nach DSGVO, AGB, Widerrufsbelehrung etc.) sowie Unterstützung bei der Umsetzung von besonderen Bestimmungen wie der Kleinunternehmerregelung und mehr.

German Market wirbt außerdem damit, rechtlich auf den gesamten EU-Markt eingestellt zu sein. Ein weiterer Vorteil: Die Macher des Plug-ins arbeiten eng mit dem bekannten Medienanwalt Thomas Schwenke zusammen, der die rechtlichen Aspekte des Plug-ins in regelmäßigen Abständen überprüft und abnimmt. Dadurch ist Ihr Online-Shop stets so abmahnsicher gestaltet, wie es ohne individuelle Rechtsberatung geht. Eine hundertprozentige Sicherheit kann jedoch kein Tool bieten.

Was wiederum beide Kandidaten mitbringen: eine Double-Opt-in-Funktion für die Kundenregistrierung. Heißt: Nach der Anmeldung eines neuen Nutzers erhält dieser automatisch eine E-Mail, in der sich ein Bestätigungslink für die Kontoaktivierung befindet. Die Zwei-Klick-Lösung bietet weiteren Schutz vor unliebsamen Abmahnungen. Darüber hinaus übernehmen sowohl Germanized als auch German Market die im B2B-Bereich unabdingbare Prüfung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

Rechnungslegung

Abseits der rechtlichen Unterstützung bringen beide Plug-ins diverse Funktionen mit, die Ihnen den Betrieb Ihres Online-Shops erleichtern. Die automatische Erstellung von Rechnungen, Retourenscheinen (nur German Market) und Stornos im PDF-Format zum Beispiel. Dabei können Sie das Layout an Ihr Corporate Design anpassen.

Bei Germanized ist es sogar möglich, ein komplett eigenes Layout inklusive eigener Schrift hochzuladen. German Market wiederum bietet die Option, dass Kunden Ihre Rechnungen aus dem Kundenkonto downloaden können. Beide Plug-ins machen den Sammelexport der erstellten Dokumente möglich, um in Sachen Buchhaltung die Nase vorn zu behalten.

Schnittstellen

Schauen wir zunächst auf die Zahlungsmethoden, mit denen die Plug-ins gut können. Im Fall von Germanized sind das neben den Standard-WooCommerce-Optionen “Direkte Banküberweisung”, “Scheckzahlungen”, “PayPal” und “Per Nachnahme” das SEPA-Lastschriftverfahren, der Kauf auf Rechnung und PayPal Checkout. Letzteres fehlt bei German Market, dafür kommt hier die Kompatibilität mit Amazon Pay hinzu.

Germanized punktet daneben mit Anbindungen zur Zertifizierungsstelle Trusted Shops und zum Bewertungsportal eKomi, was das Vertrauen in den eigenen Online-Shop bei potenziellen Kunden erhöhen kann. German Market bringt sich mit der direkten Integration von Schnittstellen zu Buchhaltungssoftware wie lexoffice, sevDesk und der 1&1 Online-Buchhaltung sowie zum Warenwirtschaftssystem Billbee nach vorn.

Sonstiges

Germanized kann mit einem weiteren Alleinstellungsmerkmal aufwarten: einer mehrstufigen Kasse. Diese Funktion wird gern genutzt, um Kunden beim Check-out nicht mit zahlreichen Eingabeformularen auf einmal zu quälen. Standardmäßig werden alle für Bestellungen notwendigen Datenabfragen von der Adresse bis hin zur gewünschten Zahlungsmethode in WooCommerce auf einer Seite abgefrühstückt.

Preis

Die beiden Plug-ins verfolgen eine unterschiedliche Preispolitik. Germanized gibt es in einer kostenfreien Variante, die jedoch nur in seltenen Fällen ausreichen sollte. Dann werden zwei Pro-Versionen angeboten: Standard für 69,95 € pro Jahr (Verlängerung: 49,95 €) und Developer für 99,95 € pro Jahr (Verlängerung: 69,95 €). Der Unterschied: Standard gilt für eine Domain, Developer für fünf Domains.

German Market gibt es ausschließlich kostenpflichtig. Drei Versionen werden von Market Press offeriert: Standard (75 € pro Jahr, 1 Domain, Verlängerung: 55 €), Business (99 € pro Jahr, 5 Domains, Verlängerung: 75 €) und Developer (180 € pro Jahr, 10 Domains, Verlängerung: 115 €). Sowohl bei Germanized als auch German Market immer inklusive: Updates und Support für ein Jahr.

Auf einen Blick

Germanized & German Market

  • korrekte Darstellung der Preis-, Steuer- und Versandangaben
  • Zugang zu rechtlich relevanten Hinweistexten (Datenschutzerklärung nach DSGVO, AGB, Widerrufsbelehrung etc.)
  • Unterstützung bei der Umsetzung besonderer Bestimmungen (Kleinunternehmerregelung etc.)
  • Double-Opt-in-Funktion für die Kundenregistrierung
  • Prüfung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im B2B-Bereich
  • automatische Erstellung von Rechnungen und Stornos im PDF-Format
  • individuell anpassbares Layout der erstellten Dokumente
  • Sammelexport der Dokumente zur Vereinfachung der Buchhaltung
  • SEPA-Lastschriftverfahren und Kauf auf Rechnung als Zahlungsmethoden

Nur Germanized

  • Upload der eigenen Schrift für die Anpassung des Layouts erstellter Dokumente ans eigene Corporate Design
  • PayPal-Checkout als Zahlungsmethode
  • direkte Anbindung zur Zertifizierungsstelle Trusted Shops und zum Bewertungsportal eKomi
  • mehrstufige Kasse

Nur German Market

  • auf den gesamten EU-Markt eingestellt
  • regelmäßige Prüfung der rechtlichen Aspekte durch den bekannten Medienanwalt Thomas Schwenke
  • automatische Erstellung von Retourenscheinen im PDF-Format
  • Download von Rechnungen aus dem Kundenkonto
  • Amazon Pay als Zahlungsmethode
  • direkte Anbindung zu diversen Buchhaltungssoftware-Anbietern (lexoffice, sevDesk und 1&1 Online-Buchhaltung)
  • direkte Anbindung zum Warenwirtschaftssystem Billbee

Fazit

Ob Germanized oder German Market die richtige Wahl ist, hängt von Ihren Anforderungen ab. Die grundlegenden Funktionen für einen rechtssicheren Betrieb Ihres Online-Shops in Deutschland bringen beide Plug-ins mit und beide können sich mit exklusiven Optionen schmücken. Welche davon brauchen Sie wirklich?

Schauen Sie sich das Angebotsportfolio beider Tools auf den oben verlinkten Seiten genau an, wiegen Sie die Vor- und Nachteile für Ihren konkreten Fall ab und treffen Sie dann eine Entscheidung. Im Anschluss können Sie sich voll und ganz auf den Online-Verkauf Ihrer Produkte konzentrieren.

Viel Erfolg dabei!

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Angelika Prox-Dampha
    10. Dezember 2019 15:29

    Ein sehr schöner Artikel, Danke.
    Aus aktuellem Grund eine Frage. Frankreich macht gerade dem Ärger Luft, das die meisten Internetverkäufe nach Frankreich keine Mehrwertsteuer zahlen. Wie ist das bei diesen Plugins geregelt. Ich habe mal gehört, es gibt Plugins, die automatisch die Steuersätze nach den Ländern in die ich Verkaufe vor Rechnungserstellung anwenden, aber wie wickel ich das dann mit der Steuerzahlung ab? Wie bei Verkäufen in ganz Europa, wie in weitere Länder. Ich kann ja nicht in jedem Land ein Unternehmen registrieren. Oder müsste ich das etwas?

    Antworten
    • Moin Angelika,

      schön, dass Dir der Artikel gefallen hat. Zum Glück mußt Du nicht in jedem Land ein Unternehmen registrieren. So schlimm ist es nicht. Die Abwicklung der USt. für digitale Güter in der EU wird in einem Mini-One-Stop-Shop-Verfahren geregelt, das wir im Zuge des Beitrags E-Books mit WooCommerce verkaufen erläutert haben. Bei physischen Gütern wird die USt. im Land des Shops abgerechnet.

      Ahoi!
      Thorsten

      Antworten

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