Wer einen Anbieter sucht, fragt heute auch ChatGPT, Perplexity oder Gemini. Damit Ihre Website in solchen Antworten als Quelle infrage kommt, muss sie auffindbar sein und hilfreiche, eindeutige Informationen liefern. Diese Anleitung erklärt, was GEO bedeutet und wie Sie Ihre WordPress-Website in acht Schritten darauf vorbereiten. Sie können selbst beginnen oder die Aufgaben gemeinsam mit Ihrer Agentur umsetzen.
Was GEO ist und was es an Ihrer Website ändert
GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint sind Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, dass Ihr Unternehmen und die Inhalte Ihrer Website in KI-Antworten berücksichtigt werden. Eine Nennung lässt sich nicht garantieren.
Bei einer klassischen Websuche wählen Nutzer aus einer Liste von Treffern. Eine KI-Suche kann bereits eine Antwort liefern, die Informationen aus mehreren Quellen zusammenfasst. Ihre Website kann dabei als Grundlage dienen, etwa wenn die KI erklärt, welche Leistungen Ihr Unternehmen anbietet oder für wen es infrage kommt.
Für Ihre Website bedeutet das: Erklären Sie klar, was Sie anbieten, für wen Ihr Angebot geeignet ist und welche Erfahrung Sie mitbringen. Gliedern Sie diese Informationen übersichtlich und belegen Sie wichtige Aussagen mit Beispielen oder Quellen.
Die Grundlage bleibt gute Suchmaschinenoptimierung. Google betont in seiner Dokumentation zu den KI-Funktionen, dass keine besondere GEO-Technik erforderlich ist. Zugängliche Seiten, hilfreiche Inhalte und verlässliche Angaben bleiben entscheidend. Warum die eigene Website dadurch an Bedeutung gewinnt, erklären wir im Beitrag Ersetzt KI die Website?
Was Sie vorab brauchen
Sie brauchen Zugang zu Ihrer WordPress-Website oder einen Ansprechpartner, der Änderungen umsetzt. Hinzu kommen die Google Search Console und die Bing Webmaster Tools. Legen Sie zunächst fest, für welche Leistungen, Kunden und Regionen Sie gefunden werden möchten. Wählen Sie dann drei bis fünf wichtige Leistungsseiten aus, mit denen Sie beginnen.
1. Training, Suchindex und aktuelle Suche unterscheiden
Bevor Sie KI-Diensten Zugriff erlauben oder verbieten, sollten Sie wissen, wofür Ihre Inhalte verwendet werden. Drei Vorgänge sind zu unterscheiden:
- Training: Ein KI-Modell lernt aus großen Datenmengen sprachliche Muster und Zusammenhänge. Auf dieser Grundlage kann es auch ohne Websuche antworten. Eine spätere Änderung auf Ihrer Website aktualisiert dieses Wissen nicht automatisch. Die Freigabe für Training sorgt auch nicht dafür, dass die KI Ihr Unternehmen empfiehlt.
- Suchindex: Ein Suchdienst erfasst und ordnet Webseiten in einem durchsuchbaren Bestand. Dieser Index hilft, passende Quellen zu finden. Die Aufnahme in einen Suchindex ist etwas anderes als KI-Training.
- Aktuelle Suche: Nutzt ein KI-System die Websuche, sucht es zu einer konkreten Frage nach passenden Quellen. Dafür kann es Suchindizes nutzen und Seiten zusätzlich abrufen. Die gefundenen Informationen fließen in die Antwort ein, ohne dass das Modell dafür neu trainiert wird.
Für GEO bedeutet das: Ihre Seiten sollen für die Suche auffindbar und abrufbar sein. Über die Nutzung für Training entscheiden Sie gesondert. Bei OpenAI lassen sich beide Freigaben laut Anbieter-Dokumentation unabhängig steuern. Die genauen Möglichkeiten unterscheiden sich je nach Dienst.
Lassen Sie Ihre Agentur die robots.txt und den Bot-Schutz beim Hoster prüfen. Die Datei gibt Regeln für automatische Abrufe vor; sie ist keine technische Zugangssperre. Halten Sie fest, welche Suchdienste zugreifen dürfen und wie Sie mit Training umgehen möchten. Ein einzelnes „Disallow“ sagt ohne die zugehörigen Regeln noch nicht, ob wichtige Seiten blockiert sind.
Ergebnis: Die gewünschten Suchdienste können Ihre öffentlichen Inhalte abrufen. Vertiefend erklären wir Training, Index und Abruf im llms.txt-Beitrag. Die technische Umsetzung behandelt Die perfekte robots.txt für 2026.
2. Die wichtigsten Seiten im Google-Index prüfen
Damit eine Seite als verlinkte Quelle in Googles KI-Antworten erscheinen kann, muss sie laut Google indexiert und für die Anzeige mit einem Textauszug zugelassen sein. Prüfen Sie Ihre ausgewählten Leistungsseiten deshalb einzeln mit der URL-Prüfung in der Search Console. Fehlt eine Seite, lassen Sie den dort angegebenen Grund prüfen.
Kontrollieren Sie außerdem unter Einstellungen → Generative KI-Funktionen der Google Suche, ob Ihre Website berücksichtigt werden darf. Google erläutert diese Freigabe und ihre Wirkung in der Search-Console-Hilfe. Lassen Sie auch unbeabsichtigte Vorgaben wie noindex oder nosnippet prüfen: Sie können die Indexierung beziehungsweise die Nutzung als verlinkte Quelle verhindern.
Ergebnis: Sie kennen den Indexierungsstatus Ihrer wichtigsten Seiten und haben unbeabsichtigte Ausschlüsse geklärt. Die Einrichtung erklärt WordPress mit der Google Search Console verbinden.
3. Die Website bei Bing anmelden
Richten Sie Ihre Website in den Bing Webmaster Tools ein, bestätigen Sie die Inhaberschaft und reichen Sie Ihre Sitemap ein. Diese Datei hilft Suchdiensten, die wichtigen Seiten Ihrer Website zu entdecken. Eine Aufnahme in den Index garantiert sie nicht.
Öffnen Sie anschließend den Bericht AI Performance. Er zeigt laut Microsofts Beschreibung, welche Seiten in Microsoft Copilot, KI-Zusammenfassungen bei Bing und ausgewählten Partnerangeboten als Quelle erscheinen.
Ergebnis: Ihre Website ist eingerichtet, die Sitemap eingereicht und der KI-Bericht geprüft. Mehr dazu: Was die sitemap.xml für GEO wirklich leistet.
4. Ihr Unternehmen eindeutig beschreiben
Kann ein Besucher auf Ihrer Website schnell erkennen, was Sie anbieten, für wen und in welcher Region? Bündeln Sie die wichtigsten Fakten: Leistungen, Einsatzgebiet, Ansprechpartner, Erfahrung und überprüfbare Nachweise. Gleichen Sie diese Angaben mit Startseite, Leistungsseiten und Impressum ab.
Dafür kann eine übersichtliche Über-uns-Seite ausreichen. Eine zusätzliche Faktenseite, häufig Grounding Page genannt, kann sinnvoll sein, wenn Informationen bisher weit verstreut sind. Entscheidend sind klare, aktuelle Angaben, die sich nicht widersprechen.
Ergebnis: Menschen und Suchdienste können Ihr Unternehmen anhand Ihrer Website eindeutig einordnen. Ein mögliches Vorgehen zeigt Grounding Page erstellen.
5. Kundenfragen konkret beantworten
Sammeln Sie die fünf häufigsten Fragen aus Beratungsgesprächen, E-Mails und Kontaktanfragen. Beantworten Sie sie auf den passenden Leistungsseiten: Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Für wen eignet sich das Angebot? Wie lange dauert es? Welche Kosten entstehen und wovon hängen sie ab?
Beginnen Sie den jeweiligen Abschnitt mit einer klaren Antwort. Ergänzen Sie Beispiele aus Ihrer Arbeit, nachvollziehbare Angaben und aussagekräftige Überschriften. Ein Satz wie „Wir bieten individuelle Lösungen“ erklärt wenig. Ein konkreter Projektablauf hilft Ihren Kunden bei der Entscheidung und liefert eine verständliche Grundlage für Quellenverweise.
Ergebnis: Ihre wichtigsten Leistungsseiten beantworten echte Kundenfragen und zeigen Ihre eigene Erfahrung. Weitere Beispiele finden Sie in Wie man Inhalte schreibt, die KI zitieren kann.
6. Inhalte klar strukturieren
Hilfreiche Informationen brauchen einen nachvollziehbaren Aufbau. Leser sollen schnell erkennen, worum es auf einer Seite geht, und die gesuchte Antwort finden. Eine klare Gliederung hilft auch Suchdiensten, Inhalte und Zusammenhänge einzuordnen. Ausführlich erklärt in dem Beitrag Helpful Content: Warum Google den Hauptinhalt jetzt betont.
- Ein klares Hauptthema je Seite: Bündeln Sie zusammengehörige Informationen. Eine Leistungsseite sollte das Angebot, den Ablauf, wichtige Kundenfragen und den nächsten Schritt verständlich zusammenführen.
- Aussagekräftige Überschriften: Nutzen Sie den Seitentitel als H1, Hauptabschnitte als H2 und Unterabschnitte als H3. Wählen Sie dafür die Überschriftenformate im Editor. So entsteht eine erkennbare Hierarchie.
- Überschaubare Abschnitte: Behandeln Sie pro Absatz einen zusammenhängenden Gedanken. Listen eignen sich für Abläufe oder Voraussetzungen, Tabellen für echte Vergleiche. Umfang und Darstellung richten sich nach dem Thema.
- Wichtige Angaben als lesbarer Text: Leistungen, Preise, Bedingungen und Kontaktdaten sollten direkt auf der Seite stehen. Bilder und Grafiken können diese Informationen ergänzen.
- Sinnvolle interne Links: Verbinden Sie Leistungsseiten, passende Referenzen und weiterführende Beiträge. Aussagekräftige Linktexte zeigen, welche Information auf der verlinkten Seite folgt.
Google empfiehlt in seinem SEO-Leitfaden eine verständliche Gliederung und hilfreiche Verlinkungen. Für die KI-Suche gibt es dabei keine vorgeschriebene Absatzlänge und kein besonderes Textformat.
Ergebnis: Ihre Inhalte haben eine klare Reihenfolge, sind leicht zu überblicken und über passende Links miteinander verbunden.
7. Strukturierte Daten prüfen und ergänzen
Strukturierte Daten kennzeichnen Informationen im Quelltext, etwa Unternehmensname, Adresse oder Öffnungszeiten. Lassen Sie prüfen, welche Angaben Ihre Website bereits ausgibt und ob sie mit den sichtbaren Inhalten übereinstimmen. Ergänzen Sie fehlende Informationen und korrigieren Sie Widersprüche.
Ein spezielles Schema für KI-Antworten ist laut Googles Leitfaden nicht erforderlich. Saubere strukturierte Daten bleiben ein sinnvoller Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung; eine Nennung in KI-Antworten garantieren sie nicht.
Ergebnis: Ihre strukturierten Daten geben dieselben aktuellen Fakten wieder wie Ihre Website. Unser Vorgehen erläutert Schema Markup in Zeiten von GEO.
8. Angaben außerhalb der Website abgleichen
KI-Antworten können auch Informationen über Ihr Unternehmen aus anderen Quellen berücksichtigen. Google nennt in seinem Leitfaden zur KI-Suche ausdrücklich die Pflege des Google-Unternehmensprofils.
Prüfen Sie deshalb dieses Profil sowie die für Ihre Branche relevanten Verzeichnisse und Bewertungsportale. Stimmen Firmenname, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Kernleistungen noch? Korrigieren Sie alte Angaben und verlinken Sie auf die passende aktuelle Seite Ihrer Website.
Ergebnis: Ihre wichtigsten öffentlichen Profile vermitteln ein stimmiges Bild Ihres Unternehmens. Grundlagen erklärt Unternehmenseinträge bei Google Business.
9. Sichtbarkeit und Anfragen beobachten
Halten Sie monatlich wenige Kennzahlen fest: Einblendungen Ihrer Links in Googles KI-Funktionen, Quellenverweise im Bing-Bericht, erkennbare Besuche aus KI-Diensten und daraus entstandene Anfragen.
Der KI-Leistungsbericht der Google Search Console zeigt Einblendungen von Links in Übersichten mit KI und im KI-Modus. Er erfasst nicht jede bloße Unternehmensnennung. Bei zu wenigen Einblendungen kann der Bericht fehlen. Auch Besuche von chatgpt.com oder perplexity.ai bilden nur einen Teil der Wirkung ab. Fragen Sie neue Kunden deshalb weiterhin, wie sie auf Sie gekommen sind.
Ergebnis: Sie beobachten die Entwicklung über mehrere Monate und verbinden Sichtbarkeit mit konkreten Kontakten. Eine zusätzliche Auswertung stellt Bings Topics Portfolio vor. Diese Beta-Funktion erscheint nur bei ausreichender Datenbasis.
Typische Fehler
- Training und Suche gleichsetzen. Wer alle KI-Zugriffe pauschal sperrt, kann auch gewünschte Suchdienste ausschließen.
- Auf eine einzelne Datei oder ein Werkzeug setzen. Eine
llms.txtersetzt weder gute Inhalte noch eine zugängliche Website. Die Einordnung liefert llms.txt: nächster Baustein oder Missverständnis?. - Austauschbare Texte veröffentlichen. Eigene Erfahrungen, konkrete Antworten und belastbare Beispiele helfen Kunden mehr als allgemeine Werbesätze.
- Nur Besucherzahlen betrachten. Quellenverweise und Anfragen gehören ebenfalls zur Bewertung.
- Eine garantierte Nennung erwarten. Technische Freigaben und gute Inhalte schaffen Voraussetzungen; die Auswahl trifft das jeweilige System. Weitere Irrtümer erläutern unsere GEO-Mythen.
Fazit
Beginnen Sie mit Ihren wichtigsten Leistungsseiten: Zugriff und Indexierung prüfen, Unternehmensangaben klären, Kundenfragen beantworten. Ergänzen Sie passende strukturierte Daten, gleichen Sie externe Profile ab und beobachten Sie die Wirkung. Prüfen Sie die Grundlagen erneut, wenn sich Ihre Website, Ihr Angebot oder die Vorgaben der Suchdienste ändern.
Mit dem Elbnetz GEO Lotsen Schritt für Schritt umsetzen
Damit aus dieser Anleitung konkrete Arbeit an Ihrer Website wird, haben wir den Elbnetz GEO Lotsen entwickelt. Unser WordPress-Plugin führt Sie durch den Prozess und zeigt, welche Maßnahmen für Ihre Website anstehen. So können Sie die nächsten Schritte selbst oder gemeinsam mit uns umsetzen.
Der GEO Lotse unterstützt Sie dabei, die Voraussetzungen für KI-Sichtbarkeit systematisch zu verbessern. Gute Inhalte und deren regelmäßige Pflege bleiben Teil der Arbeit.
