Die Preisspanne für WordPress-Websites reicht von ein paar tausend Euro bis weit in den fünfstelligen Bereich. Und genau das führt dazu, dass viele Unternehmen am Ende die falsche Entscheidung treffen. In diesem Beitrag geht es nicht um geschönte Richtwerte, sondern darum, wie Preise wirklich entstehen, wo Projekte aus dem Ruder laufen und worauf es ankommt, wenn eine Website am Ende mehr sein soll als nur „online“.
Die Frage nach dem Preis ist fast immer die falsche Frage
Die erste Frage in fast jedem Erstgespräch lautet: Was kostet eine WordPress-Website? Verständlich. Am Ende muss ein Budget stehen. Das Problem ist nur: Die Frage führt oft in die falsche Richtung.
WordPress selbst kostet nichts. Ein Theme kostet vielleicht ein paar hundert Euro. Ein paar Plugins kommen dazu. Rein technisch kann man eine Website also sehr günstig bauen. Und genau deshalb entstehen diese völlig unterschiedlichen Preisvorstellungen im Markt. Der eigentliche Preis entsteht nicht durch WordPress, sondern durch die Entscheidungen davor. Wie klar ist das Ziel? Wie sauber ist die Struktur? Wie viel Abstimmung braucht es? Und wie viel Erfahrung bringt die umsetzende Seite mit?
Wir haben Projekte gesehen, die für 2.000 Euro gebaut wurden und nach sechs Monaten neu gemacht werden mussten. Und wir haben Projekte für 8.000 Euro umgesetzt, die über Jahre stabil laufen und regelmäßig Anfragen bringen. Der Unterschied liegt nicht im System. Der Unterschied liegt in der Herangehensweise.
Warum zwei scheinbar gleiche Websites komplett unterschiedlich viel kosten
Von außen sehen viele Websites ähnlich aus. Startseite, Leistungen, Kontakt. Ein bisschen Bild, ein bisschen Text. Fertig. In der Umsetzung ist das aber ein komplett anderes Spiel. Die eine Website wird einfach zusammengesteckt. Die andere wird durchdacht aufgebaut.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Kunde kommt mit dem Wunsch nach „fünf Seiten“. Im ersten Moment klingt das nach einem überschaubaren Projekt. Im Gespräch stellt sich dann heraus, dass hinter diesen fünf Seiten eigentlich zehn unterschiedliche Leistungen stehen, die jeweils erklärt werden müssen. Dazu kommen Referenzen, vielleicht ein Blog, vielleicht mehrsprachige Inhalte.
Plötzlich reden wir nicht mehr über fünf Seiten, sondern über eine Struktur, die sinnvoll aufgebaut werden muss. Das kostet Zeit. Und genau dort entsteht der Preisunterschied.
Die vier Faktoren, die den Preis wirklich bestimmen
In fast jedem Projekt, das aus dem Ruder läuft, sind es genau diese vier Punkte: Struktur, Design, Umsetzung und Abstimmung.
- Struktur ist der größte Hebel. Wenn klar ist, was die Website leisten soll, wird alles einfacher. Wenn das fehlt, wird das Projekt automatisch länger und teurer.
- Design wird oft unterschätzt. Es geht nicht darum, ob etwas „schön“ ist, sondern ob es funktioniert. Gute Gestaltung führt Nutzer. Schlechte Gestaltung sieht vielleicht nett aus, bringt aber keine Anfragen.
- Die Umsetzung in WordPress ist in vielen Fällen nicht das Problem. Das System ist flexibel genug. Die Frage ist eher, ob sauber gearbeitet wird oder ob Dinge unnötig kompliziert gebaut werden.
- Und dann kommt der Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Abstimmung. Jede zusätzliche Schleife, jede unklare Rückmeldung, jede spontane Idee im Projekt kostet Zeit. Das ist kein Vorwurf, sondern Realität.
Typische Preisbereiche – ohne Marketing-Blabla
Es gibt keine festen Preise. Aber es gibt Erfahrungswerte, die sich über viele Projekte bestätigen. Eine einfache Website, oft als digitale Visitenkarte gedacht, liegt realistisch zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Das funktioniert, wenn Inhalte klar sind und das Projekt nicht ständig neu gedacht wird.
Eine klassische Unternehmenswebsite bewegt sich meistens zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Hier steckt mehr Konzept drin, mehr Abstimmung und meist auch mehr Individualität.
Darüber hinaus wird es schnell projektabhängig. Schnittstellen, spezielle Funktionen, komplexe Inhalte – das lässt sich nicht pauschal bepreisen.
Wenn jemand deutlich darunter anbietet, fehlt in der Regel etwas. Meist merkt man das erst später.
Warum günstige Projekte oft die teuersten sind
Das klingt hart, ist aber in der Praxis ständig zu sehen. Ein günstiges Angebot wirkt attraktiv. Gerade wenn man noch keine Erfahrung mit Website-Projekten hat. Das Problem: Oft sind diese Angebote nicht vollständig. Struktur ist nicht enthalten. Inhalte sind „bauseits zu liefern“. Korrekturen sind begrenzt oder kosten extra. Technische Entscheidungen werden nicht erklärt.
Das Problem ist: Diese Lücken merkt man selten am Anfang. Sie tauchen erst dann auf, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen. Und genau dann wird es teuer.
Das führt dazu, dass das Projekt zwar günstig startet, aber Stück für Stück teurer wird. Oder noch schlimmer: Es bleibt auf halbem Weg stehen, weil niemand mehr den Überblick hat. Wir übernehmen regelmäßig Projekte, die genau so gelaufen sind. Am Ende zahlen Kunden doppelt.
Was ein gutes Angebot wirklich ausmacht
Ein gutes Angebot erkennt man nicht am Preis, sondern daran, wie konkret es wird.
Es beschreibt klar, was geliefert wird und was nicht. Wie viele Seiten entstehen, wie viele Abstimmungsrunden eingeplant sind und wo die Grenzen des Projekts liegen. Genau diese Klarheit entscheidet darüber, ob ein Projekt sauber läuft oder später aus dem Ruder gerät.
Wichtig ist vor allem, dass ein Angebot nicht nur das Ergebnis nennt, sondern den Rahmen absteckt. Wer liefert Inhalte? Wie werden Korrekturen gehandhabt? Was passiert, wenn sich Anforderungen ändern? Wenn diese Punkte offen bleiben, wird es später zwangsläufig teurer.
Ein weiterer Punkt: Ein gutes Angebot ist nachvollziehbar aufgebaut. Man versteht, wie sich der Preis zusammensetzt, auch wenn nicht jede Stunde einzeln aufgeführt ist. Es wirkt nicht wie eine grobe Schätzung, sondern wie eine belastbare Grundlage.
Und ganz pragmatisch: Wenn ein Angebot nur aus einer Zahl und ein paar allgemeinen Stichpunkten besteht, fehlt die Substanz. In der Praxis bedeutet das fast immer Nachträge, Diskussionen und unnötigen Aufwand auf beiden Seiten.
Laufende Kosten: der Teil, den fast jeder vergisst
Die Erstellung ist nur der Anfang. Eine Website ist kein fertiges Produkt, das man einmal hinstellt und dann läuft es einfach weiter. Updates, Backups und ein vernünftiges Hosting sorgen im Hintergrund dafür, dass alles stabil, sicher und performant bleibt.
Gleichzeitig ist es uns wichtig, Kunden im Alltag unabhängig zu machen. Inhalte anpassen, neue Seiten anlegen oder kleinere Änderungen sollten ohne Agentur möglich sein. Genau so setzen wir Projekte auf.
Wer sich um die technische Pflege nicht selbst kümmern möchte, kann das sauber auslagern. Viele entscheiden sich bewusst dafür, weil sie sich auf ihr eigenes Geschäft konzentrieren wollen. In der Praxis liegen diese laufenden Kosten meist zwischen 30 und 300 Euro im Monat – nicht für einzelne Änderungen, sondern für einen zuverlässigen Betrieb im Hintergrund.
Fazit: Es geht nicht um den Preis, sondern um das Ergebnis
Am Ende ist die entscheidende Frage nicht, was eine Website kostet, sondern ob sie funktioniert. Eine Website, die keine Anfragen bringt, ist zu teuer – egal wie günstig sie war. Eine Website, die regelmäßig neue Kunden gewinnt, ist eine Investition.
Wer nur Preise vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Erst wenn klar ist, was eine Website leisten soll und wie sie aufgebaut wird, lassen sich Angebote sinnvoll bewerten.
Wenn diese Klarheit am Anfang fehlt, wird es später fast immer aufwendig. Genau deshalb lohnt es sich, Projekte sauber zu durchdenken, bevor sie umgesetzt werden.
