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Autoloaded Data in WordPress

Autoloaded Data in WordPress: Was es ist, warum es Probleme machen kann und wie man es bereinigt

Lädt Ihre WordPress-Website immer langsamer? Schuld daran könnten Autoloaded Data in der wp_options-Tabelle sein. Zu viele unnötige Einträge belasten die Datenbank und verlängern die Ladezeit. Erfahren Sie, wie Sie diese Daten identifizieren, bereinigen und die Performance Ihrer Website spürbar verbessern.

Was ist Autoloaded Data?

In WordPress bezeichnet der Begriff „Autoloaded Data“ Daten, die bei jedem Seitenaufruf automatisch aus der Datenbank geladen werden. Diese Daten werden in der Tabelle wp_options gespeichert und sind durch das Attribut autoload mit dem Wert ‘yes’ gekennzeichnet. Typischerweise handelt es sich dabei um Einstellungen von Themes und Plug-ins, die für den Betrieb der Website essenziell sind.

Wozu dient Autoloaded Data?

Autoloaded Data ermöglicht es WordPress, wichtige Konfigurationsdaten effizient und schnell bereitzustellen, ohne bei jedem Seitenaufruf separate Datenbankabfragen durchführen zu müssen. Dies verbessert die Performance der Website, da benötigte Informationen direkt verfügbar sind.

Mögliche Probleme mit Autoloaded Data

Im Laufe der Zeit kann es vorkommen, dass sich in der wp_options-Tabelle eine große Menge an automatisch geladenen Daten ansammelt. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Veraltete Einträge: Plug-ins oder Themes, die deinstalliert wurden, hinterlassen oft ihre Einstellungen in der Datenbank, die weiterhin automatisch geladen werden, obwohl sie nicht mehr benötigt werden.
  • Übermäßige Datenmenge: Einige Plug-ins speichern große Datenmengen als autoloaded, obwohl diese nicht auf jeder Seite benötigt werden.
  • Fehlende Optimierung: Entwickler setzen das autoload-Attribut fälschlicherweise auf ‘yes’ für Daten, die nicht global benötigt werden.

Diese überflüssigen oder unnötig großen autoloaded Daten können die Performance der Website negativ beeinflussen, da sie bei jedem Seitenaufruf mitgeladen werden.

Wie groß darf Autoloaded Data in WordPress sein?

WordPress lädt alle Optionen mit dem Status autoload = yes bei jedem Seitenaufruf automatisch in den Arbeitsspeicher. Das geschieht sehr früh im Ladeprozess der Website, noch bevor Themes oder Plugins vollständig initialisiert sind.

Das bedeutet: Jede Autoload-Option wird bei jedem Request geladen – egal ob sie tatsächlich benötigt wird oder nicht.

In kleinen Installationen ist das unproblematisch. In gewachsenen Projekten mit vielen Plugins kann sich jedoch eine beträchtliche Datenmenge ansammeln. Besonders kritisch wird es, wenn Plugins große serialisierte Arrays in der Options-Tabelle speichern.

Als grobe Orientierung haben sich in der Praxis folgende Richtwerte etabliert:

  • unter 1 MB Autoload-Daten – unkritisch
  • 1–2 MB – beobachten
  • über 2 MB – prüfen
  • über 10 MB – meist ein Performanceproblem

Der Grund ist einfach: Diese Daten werden bei jedem Seitenaufruf komplett in den PHP-Speicher geladen. Je größer der Block, desto länger dauert der initiale Bootstrap von WordPress. Besonders bei stark frequentierten Websites kann sich das deutlich auf die Serverlast und die Time-to-First-Byte auswirken.

Überprüfung der Autoloaded Data in der Datenbank

Um die automatisch geladenen Daten zu überprüfen, kann man folgende Schritte durchführen:

1. phpMyAdmin verwenden:

  • Melden Sie sich bei phpMyAdmin an und wählen Sie die entsprechende WordPress-Datenbank aus.
  • Führen Sie folgende SQL-Abfrage aus, um die Gesamtgröße der autoloaded Daten zu ermitteln:
SELECT SUM(LENGTH(option_value)) as autoload_size FROM wp_options WHERE autoload='yes';
  • Das Ergebnis gibt die Größe in Bytes zurück. Werte unter 1 MB gelten in der Regel als unbedenklich.
  • Um die größten autoloaded Einträge zu identifizieren, kann folgende Abfrage genutzt werden:
SELECT option_name, LENGTH(option_value) AS size FROM wp_options WHERE autoload='yes' ORDER BY size DESC LIMIT 10;

2. WP-CLI verwenden:

  • Mit dem WP-CLI-Befehl wp option list –autoload=on –format=table können alle autoloaded Optionen angezeigt werden.
  • Um die Gesamtgröße zu ermitteln, kann folgender Befehl verwendet werden:
wp db query "SELECT SUM(LENGTH(option_value)) as autoload_size FROM $(wp db prefix)options WHERE autoload='yes';"

Autoload-Daten mit einer SQL-Abfrage prüfen

Wer wissen möchte, wie groß der Autoload-Block einer WordPress-Installation tatsächlich ist, kann dies sehr einfach direkt in der Datenbank überprüfen.

Die folgende SQL-Abfrage berechnet die Gesamtgröße aller Autoload-Optionen:

SELECT SUM(LENGTH(option_value)) as autoload_size
FROM wp_options
WHERE autoload='yes';

Das Ergebnis zeigt die Gesamtgröße der automatisch geladenen Optionsdaten.

Noch interessanter ist es jedoch herauszufinden, welche einzelnen Optionen besonders groß sind. Dafür eignet sich folgende Abfrage:

SELECT option_name, LENGTH(option_value) AS size
FROM wp_options
WHERE autoload='yes'
ORDER BY size DESC
LIMIT 10;

Diese Liste zeigt die größten Autoload-Einträge. Häufig finden sich hier Statistik-Plugins, Redirect-Manager, Backup-Plugins oder alte Plugin-Reste.

Gerade bei Websites, die über Jahre gewachsen sind, tauchen hier oft Optionen von Plugins auf, die längst nicht mehr aktiv sind.

Bereinigung von Autoloaded Data

Bevor Änderungen an der Datenbank vorgenommen werden, ist es essenziell, ein vollständiges Backup zu erstellen. Anschließend können folgende Schritte zur Bereinigung durchgeführt werden:

1. Manuelle Bereinigung mit phpMyAdmin:

  • Identifizieren Sie nicht mehr benötigte oder große autoloaded Einträge anhand der oben genannten Abfragen.
  • Setzen Sie das autoload-Attribut für nicht benötigte Einträge auf ‘no’ oder löschen Sie diese vollständig.

2. Verwendung von Plug-ins:

  • AAA Option Optimizer: Das Plug-in hilft Ihnen, unnötige autoloaded-Einträge zu identifizieren und zu deaktivieren, wodurch die Datenbank entlastet und die Performance verbessert wird.
  • Autoload Optimizer: Dieses Plug-in analysiert, welche autoloaded Optionen auf Ihrer Website tatsächlich genutzt werden, und hilft Ihnen, unnötige Autoload-Einträge zu identifizieren, um die Performance zu verbessern.

Autoload deaktivieren statt Optionen zu löschen

Ein häufiger Fehler bei der Optimierung der WordPress-Options-Tabelle ist das vorschnelle Löschen von Einträgen.

Nicht jede große Option ist automatisch überflüssig. Viele Plugins speichern dort wichtige Konfigurationen oder Cache-Informationen. Wird eine solche Option gelöscht, kann das Plugin Fehlfunktionen entwickeln.

In vielen Fällen reicht es völlig aus, den Autoload-Status zu ändern. Dadurch bleibt die Option erhalten, wird jedoch nicht mehr bei jedem Seitenaufruf automatisch geladen.

Das lässt sich mit einer einfachen SQL-Anweisung erledigen:

UPDATE wp_options
SET autoload = 'no'
WHERE option_name = 'example_option';

Die Option bleibt weiterhin in der Datenbank gespeichert und kann bei Bedarf von WordPress oder einem Plugin geladen werden – allerdings nur dann, wenn sie tatsächlich benötigt wird.

Gerade bei großen Statistik- oder Cache-Einträgen kann das die initiale Ladezeit von WordPress deutlich reduzieren.

Warum Plugins Autoload oft falsch verwenden

Viele Performanceprobleme rund um Autoload entstehen nicht durch WordPress selbst, sondern durch Plugins. Technisch ist das Verhalten nämlich eigentlich klar definiert: Nur Optionen, die bei nahezu jedem Seitenaufruf benötigt werden, sollten mit autoload = yes gespeichert werden.

Typische Beispiele sind grundlegende WordPress-Konfigurationen wie die URL der Website oder die aktive Theme-Konfiguration.

In der Praxis halten sich jedoch viele Plugins nicht daran. Häufig werden große Datenstrukturen automatisch als Autoload gespeichert, obwohl sie nur selten benötigt werden. Das passiert vor allem bei Plugins, die umfangreiche Daten in der Options-Tabelle ablegen, zum Beispiel:

  • Statistik- und Tracking-Plugins
  • Redirect-Manager
  • Backup-Plugins
  • Pagebuilder oder Marketing-Plugins
  • Plugins mit umfangreichen API-Caches

Besonders problematisch sind dabei große serialisierte Arrays. Ein einziges Plugin kann so mehrere hundert Kilobyte oder sogar mehrere Megabyte an Daten automatisch laden lassen.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Viele Plugins entfernen ihre Optionen nicht sauber beim Deinstallieren. Über Jahre hinweg sammelt sich dadurch in der Tabelle wp_options eine große Menge an Einträgen an, die eigentlich längst keine Funktion mehr erfüllen.

Gerade bei älteren WordPress-Installationen finden sich deshalb oft Autoload-Daten von Plugins, die schon lange nicht mehr aktiv sind.

Wie WordPress Autoload-Daten intern lädt

Um zu verstehen, warum große Autoload-Datenmengen problematisch sind, lohnt sich ein kurzer Blick in den WordPress-Core.

Beim Start von WordPress wird sehr früh im Ladeprozess eine interne Funktion aufgerufen: wp_load_alloptions(). Diese Funktion liest alle Optionen aus der Datenbank, deren Autoload-Wert auf yes gesetzt ist.

Alle diese Daten werden anschließend in einer internen Variable gespeichert, die im WordPress-Core als alloptions bekannt ist.

Das bedeutet konkret:

  • Alle Autoload-Optionen werden mit einer einzigen Datenbankabfrage geladen.
  • Der komplette Datenblock wird in den PHP-Arbeitsspeicher geschrieben.
  • Jeder Seitenaufruf lädt denselben Block erneut.

Solange dieser Block klein bleibt, funktioniert das sehr effizient. WordPress kann auf diese Werte schnell zugreifen, ohne weitere Datenbankabfragen auszuführen.

Wird dieser Block jedoch zu groß, steigt der Speicherverbrauch bei jedem Request und der Bootstrap-Prozess von WordPress verlangsamt sich. Besonders bei stark frequentierten Websites kann das messbare Auswirkungen auf die Serverlast und die Time-to-First-Byte haben.

Genau deshalb lohnt es sich, Autoload-Daten regelmäßig zu überprüfen – besonders bei Websites, die über Jahre gewachsen sind und viele Plugins eingesetzt haben.

Fazit

Autoloaded Data spielt eine wichtige Rolle in der Performance von WordPress-Websites. Eine regelmäßige Überprüfung und Bereinigung dieser Daten kann dazu beitragen, die Effizienz und Ladegeschwindigkeit der Website zu verbessern. Durch den Einsatz geeigneter Tools und Plug-ins lässt sich dieser Prozess effizient gestalten.

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